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Tenuta vitivinicola Trapletti

Der berufliche Weg des SBB-Lokführers Enrico Trapletti verlief nicht gerade geradlinig: Zuerst Bahnangestellter mit wechselden Arbeitsschichten und schliesslich zum Weinbauer. In Coldrerio, im zersiedelten Hügelgebiet des Mendrisiottos-Sottoceneri rückte der Quereinsteiger das hohe Potenzial der Gegend ins Rampenlicht. 
Der von seinem Vater Lorenzo ausschliesslich bewirtschaftete Landwirtschaftsbetrieb mit Tabak- und Weinbau, wurde Ende der 80er Jahre zu einem reinen Weingut. Lorenzo Trapletti pflanzte viele neue Reben an. Das Traubengut verkaufte er an die Kooperative und an andere Winzer der Region. Enricos Achtung vor dem Terroir, vor der Natürlichkeit des Weines wurden immer stärker und 1992 wurde die eigene Weinkellerei gegründet. Seine ersten 300 Flaschen selbst vinifizierten Wein gefiel den Freunden und Bekannten so gut, dass der Autodiktat sich in seiner Hingabe und Passion für die Winzerkunst bestärkt fühlte, er kündete den Job bei der SBB und kümmert sich seither mit Erfolg und grossem Engagement um Weinberg und Keller. Er stürzte sich mit einer Verve an die Arbeit die bis heute nicht nachgelassen hat. 
Enricos Kernkompetenz liegt beim Merlot. Dieser fällt im Medrisiotto kompakter und fleischiger aus als im Luganese-Sopraceneri. Seine kühnste Tat, die Rückführung des Nebbiolo ins Tessin. Nach seinen Nachforschungen ist die piemontesische Edelsorte im Mendrisiotto schon vor 100 Jahren verbreitet gewesen. Die Böden in Coldrerio eignen sich ausgezeichnet für Nebbiolo. Dazu Enrico: "Der Merlot gerate oft zu säurearm, dem wesentlich säurereicheren Nebbiolo dagegen würden sie behagen".