Azienda Agricola Il Roccolo

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Azienda Agricola Il Roccolo

Il Roccolo di Monticelli ist ein kleines Weingut in der Provinz Verona. 

Es liegt auf der östlichen Seite von Verona, am Eingang des Mezzane Tals. Die Gegend hat eine der schönsten Aussichten über Verona zu bieten und war schon immer ein äusserst fruchtbarer Ort. Die zahlreichen Bäche der Region haben früh Siedlungen mit Landwirtschaft ermöglicht. Bekannte Vertreter der Agrikultur sind sicher die bekannten Weinregionen Valpolicella und Soave aber auch der Anbau von Kirsch-, Kastanien- und Olivenbäumen.

Als Grundstein für das heutige Weingut wurde ein alter Familien-Rebberg restauriert. Früher wurden daraus nur in kleinen Mengen Weine zum Privatverbrauch hergestellt. Dadurch hat die Familie aber ihre Leidenschaft für die Weinproduktion entdeckt und sich dann entschlossen, sich Vollzeit auf dieses spannende Projekt einzulassen. Heute bewirtschaften Onkel Maurizio und Nichte Silvia gemeinsam die Rebberge Il Roccolo.

Silvia beschreibt sich selbst als Träumerin und Naturliebhaberin. 2015 hat sie ihr Studium in Agrarwissenschaften abgeschlossen. Seitdem widmet sie sich dem Rebberg. Sie kümmert sich um die agrarwissenschaftlichen Aufgaben, die Vinifikation und das Marketing. Im Weinberg hat sie ihren Weg, ihre Leidenschaft und ihr Leben gefunden. Ihr Ziel ist es, aus einer lebendigen Natur gesunde Früchte zu ernten, um daraus anschliessend ehrliche, unverwechselbare und immer noch lebende Weine herzustellen.

Ihr Onkel Maurizio ist ein unermüdlicher Optimist mit einer Leidenschaft für gutes Essen und Wein. Er ist für die Küche zuständig und hält so die Erntehelfer wie auch die Besucher von Degustationen bei Laune. Zusammen mit Silvia besucht er Wein-Ausstellungen und entscheidet über das Schicksal der im Keller eingetroffenen Trauben. Wie man es von Familienbetrieben kennt arbeiten alle mit, wann und wo auch immer zusätzliche Hände benötigt werden.

In einem milden gemässigten Klima werden ausschliesslich autochthone Sorten angepflanzt: Garganega und Trebbiano di Soave für Weisswein und Corvina, Corvinone, Rondinella, Molinara und Oseleta für Rotwein. Die Reben werden im traditionellen «Pergola Veronese»-System erzogen, auf weiträumigen Terrassen mit spontaner Begrünung. Auf den kleineren, steinigen Terrassen herrschen die «Pergola Trentina»- und «Guyot»-Erziehungen vor.

Der Rebberg aus den 1960er-Jahren befindet sich eingeschlossen in einem «Clos» auf dem Hügel San Bricco im Bezirk Monticelli. Einige Reben stehen dort seit Beginn an und sind somit ein wertvolles Erbe, welches Trauben von hoher Qualität und konzentrierte Aromen liefert.

Silvia und Maurizio arbeiten nach dem Motto: «Gesunder und guter Wein kann nur aus gesunden Trauben entstehen.» Dementsprechend ist auch ihre Einstellung zum Rebbau und zur Natur allgemein. Der Beziehung Mensch – Terroir – Wein wird grosse Bedeutung beigemessen. Sie respektieren die Biodiversität und den Boden. Im Herzen ihrer Parzelle steht ein kleines, schon jahrhundertealtes Olivenbaum-Wäldchen, weshalb sie auch Olivenöl produzieren. Uralte Fruchtsorten, aromatische Kräuter und Bienenstöcke mit mehreren Bienenfamilien runden den vielfältigen Rahmen ab.

Die Begrünung ist spontan und gemäht wird äusserst selten, um die bestäubenden Insekten nicht zu stören und den Boden möglichst locker zu halten. Auch das trägt zur Bodenvitalität und Fruchtbarkeit bei.

Jede Aktion, wie Mähen oder Schneiden, ist an die individuellen Bedürfnisse jeder Rebe und an die gewollte Ernte angepasst. Gelesen wird von Hand, um die Pflanzen und Trauben nicht zu beschädigen.

Es gibt keine chemischen Dünger, Herbizide oder Pestizide. Seit neustem benutzen sie auch biodynamische Präparate wie z.B. mazerierte Kräuter, um selbst den Einsatz von Kupfer und Schwefel weiter beständig zu reduzieren.

Die Entscheidung, weder zu düngen noch zu bewässern, belässt die natürliche Balance wie sie ist. Die Reben können sich ungestört entwickeln und es gibt kein ungewolltes übermässiges Wachstum. Manche würden ihren Weinberg deshalb vielleicht als ein verwahrlostes Feld ansehen. Für Silvia aber ist es ein lebendes Terroir mit spontan entstehenden und vergehenden Pflanzen, welche konstant neues Leben bringen.

Die Böden bestehen aus mehreren Schichten von verschiedenen Farben und Substanzen. Zusammen bilden sie ein perfektes Mosaik für den Rebbau. Das Mezzane Tal war einst komplett von Wasser bedeckt, weshalb die Bodenzusammensetzung vor allem von marinem Kalkgestein geprägt ist. Da gibt es etwa den weissen, mergeligen Kalkstein «Biancone» oder den pinken «Veneto Scaglia Rossa». Der karge und bröckelige Boden hat einerseits den Vorteil der Drainage von überflüssigem Wasser und garantiert aber andererseits die nötige Wasserversorgung der Wurzeln. Das bringt viel Frische und Mineralität in die Weine. In manchen Parzellen, vor allem an der Ostküste, findet sich auch noch roter Lehmboden.

Die Arbeit im Keller unterscheidet sich klar von den konventionellen önologischen Techniken. Nur gesunde Trauben finden ihren Weg in den Keller, nachdem sie im Weinberg aufmerksam gepflegt wurden. Nur solches Traubengut lässt sich ohne Sulfitzugaben vinifizieren.

Der Keller und die Instrumente werden peinlich genau sauber gehalten. Dieser grosse Aufwand erlaubt es Silvia, ohne Zusätze und Manipulation zu arbeiten. Den Weinen wird nichts hinzugegeben und auch nichts weggenommen. Es gibt überhaupt keine Schwefelzugaben, damit jeder Wein in der Flasche weiterleben darf. Dabei braucht es viel Geduld, um die natürliche Entwicklung der Weine zu verfolgen und auch zu respektieren.

Die Vergärung findet spontan statt, die Arbeit der einheimischen Hefen wird bei Il Roccolo geschätzt. Je nach Wein und Jahrgang findet ein längerer Schalenkontakt währen der Vergärung statt, um die Polyphenole zu extrahieren, welche jedem Wein schlussendlich seinen unverwechselbaren natürlichen Charakter verleihen. Das macht ihre Weissweine (fast) alle zu Orange-Weinen.

Bei Schaumweinen findet die Zweitgärung in der Flasche natürlich statt. Dazu wird Most beigegeben, der aus den gleichen Trauben nach der Ernte bereitet und danach bis zur Abfüllung eingefroren wurde.

 

Diese Arbeitsweise erfordert ein grosses Verständnis für die Rhythmen der Natur. Wenn es aber wie bei Il Roccolo richtig gemacht wird, offenbart das Resultat die ganze Schönheit der umliegenden Natur und sehr persönliche und unverwechselbare Weine, welche die besten Qualitäten der Trauben und des Terroirs widerspiegeln.